EU Richtlinien zu Energieeffizienz

Die neue EU-Richtlinie „ Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ (2000/91 eG) erfordert einen veränderten energetischen Bilanzierungsansatz für die Wärmeversorgung im Wohnungsbau.

Der jetzige Ansatz für die Energiebilanz, abgeleitet aus der Heizkostenverordnung, ist dann nicht mehr anwendbar, weil er nur die verbrauchte Wärmeenergie und die Wärme- und Energiekosten ausweist. Die Gründe für den Neuansatz:

• quantitatives Nichterfassen der energetischen Anlagenverluste
• quantitatives Nichterfassen der Hilfsenergie Elektroenergie.

Die Heizkostenverordnung wird in der aktuellen Fassung nicht mehr den Anforderungen des Bundesimmissionsschutz-Gesetzes (BimschG) gerecht. Denn nach § 1 (1) dieses Gesetzes müssen Emissionen, die bei der Wärmeversorgung im Wohnungsbau entstehen, minimiert werden, weil schädliche Umweltwirkungen vermieden und vermindert werden sollten.
Die gegenwärtigen Heizkostenabrechnungen sind mangelhaft, denn sie weisen einen energetischen Verlustfaktor und den Elektroenergieverbrauch in der Energiebilanz des Gebäudes nicht aus. Die Einbeziehung des Elektro-Energieverbrauchs als Hilfsenergie zur Steuerung und zum Antrieb von Bauteilen für die Wärmeversorgung ergibt sich aus dem 1. Hauptsatz der Wärmelehre, nach dem alle Energieformen gleichwertig sind.

Wegen des fehlenden Ausweises eines energetischen Verlustfaktors in den Heizkostenabrechnungen haben Vermieter und Mieter keinen Einfluss auf die Senkung der energetischen Verluste im Sinne des Immissionsschutz-Gesetzes. Zur energetischen Bilanzierung der Wärmeversorgung im Wohngebäude ist also auch der Elektroenergieverbrauch in die Heizkostenabrechnungen mit einzustellen. Das gilt auch für die energetischen Verluste der Wärmeversorgung.
Die energetische Bewertung von Gebäuden kann mit einem energetischen Gebäudefaktor erfolgen. Er gibt das Verhältnis zwischen Energieaufwand und Energienutzung für die Wärme-Versorgung im Wohnungsbau an:

eG = Aufwand / Nutzen > 1

Dieser energetische Gebäudefaktor ist identisch mit der in der Energieeinsparverordnung genannten primärenergiebezogenen Anlagenaufwandszahl. Ergibt die Energieverluste innerhalb festgelegter Bilanzgrenzen an. In der Regel bilden die Gebäudeabmessungen oder die Übergabepunkte für die Energien die Bilanzgrenzen.
Energieverluste lassen sich in vermeidbare und nicht vermeidbare Verluste einteilen. Zu den nicht vermeidbaren Verlusten gehören auch die Umwandlungs- und Abkühlverluste.
Erste Auswertungen von Heizkostenabrechnungen haben ergeben, dass der energetische Gebäudefaktor für die Heizung bei optimalen Bedingungen eine Größenordnung bis zu 1,15 hat. Für eine Differenzierung sind weitere Untersuchungen der unterschiedlichen Gebäude-Kategorien und Wärmeversorgungssysteme erforderlich. Optimale Bedingungen sind vorhanden, wenn der bauseitige Wärmeschutz stimmt und die Anlagentechnik nach wärmetechnischen Gesetzmäßigkeiten gebaut, aufeinander abgestimmt und betrieben wird. Einfluss haben auch das Nutzerverhalten der Mieter und die richtige Gebäudebewirtschaftung, veranlasst von Vermietern und Verwaltern.

Fazit

Wegen fehlender Messsysteme zum Erfassender Wärmemengen lassen sich zur Zeit noch keine energetischen Verlustfaktoren für die Warmwasserbereitung angeben. Eine Berechnung des energetischen Verlustfaktors ist nur unter Zugrundelegung von Ist- Verbrauchsangaben möglich.